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Vortrag: Das Gerücht über die IHRA-Definition
Februar 19 @ 19:00 - 21:00
Die 2016 beschlossene und von zahlreichen Staaten anerkannte Arbeitsdefinition von Antisemitismus der „International Holocaust Remembrance Alliance“ (IHRA) wird in den letzten Jahren zunehmend stärker angegriffen. In akademischen, kulturellen und politischen Kontexten stehen Angriffe auf die IHRA-Definition auf der Tagesordnung, wie beispielsweise studentische Initiativen an Universitäten und zahlreiche offene Briefe zeigen. Dabei sind diese Invektiven oft von Auslassungen, Fehldeutungen und einem fehlenden Verständnis von Antisemitismus geprägt. Immer wieder wird dabei behauptet, die IHRA-Definition verhindere Kritik „an Israel“.
Im März 2021 veröffentlichten 200 Personen aus unterschiedlichen Berufsfeldern, darunter vor allem zahlreiche Intellektuelle aus den USA, Deutschland und Israel, die sogenannte Jerusalemer Erklärung (JDA), die sich unter anderem zum Ziel setzt, Antisemitismus zu definieren. Die JDA unterscheidet sich in mehreren Punkten grundlegend von der IHRA-Definition und erzielt eine teils erhebliche Medienresonanz.
Im Vortrag vergleicht Andreas Stahl die verschiedenen Definitionen. Zudem geht er auf Beispiele von Angriffen auf die IHRA-Definition ein und versucht zu zeigen, inwiefern die JDA Antisemitismus verharmlost.
Zur Teilnahme ist eine namentliche Anmeldung an erforderlich. Der Veranstaltungsort wird am Tag vor der Veranstaltung bekannt gegeben.
Andreas Stahl leitet die Beratungsstelle gegen Antisemitismus an Hochschulen in Nordrhein-Westfalen. Er ist seit vielen Jahren in der politischen Bildung tätig und Mitherausgeber mehrerer Bücher. Zudem ist er Gründungsmitglied der Gesellschaft für kritische Bildung und Mitglied des Centrum für Antisemitismus- und Rassismusstudien (CARS) Aachen.
